Vom Zauber der Widmung
Empfänger, Gebräuche & TraditionenWidmungen sind ergreifend und das sollen sie auch. Deswegen überlegen wir oft zwanghaft, was wir auf die Innenseite eines Buchdeckels schreiben könnten. Oft geben wir es auf. Schade! Denn die Widmung verwandelt das Geschenk, hebt es in eine andere, fast mysteröse Dimension. Ein “In Liebe…” reicht volkommen. “An meine ewig erste Liebe, die mich unter ihrem Herzen trug, mir das Licht der Welt schenkte, etc” . Das wäre zuviel des Guten, Widmungen sind keine Briefe. Sind sie zu lang, ensteht eine Art Konkurrenz zum Buch… (zumindest ein unangenehmer Eindruck). “An die beste Mama der Welt” geht gerade noch. Noch besser gefällt mir: “An meine Mutter”. Es klingt zwar altmodisch und irgendwie formelhaft, aber es ist gerade dieser formelhafte Charakter, der die Widmung zur “Zauberformel” macht. Desto länger sie ist, desto mehr verliert sie ihren Zauber. Die Widmung lebt vom Unausgesprochenen, warum sich also den Kopf zerbrechen? Wenn Sie das nächste Mal ein Geschenk überreichen, versäumen Sie auf keinen Fall ein Wort zu schreiben, vielleicht nur einen Namen, ein Datum. Denn der eigentliche Effekt von Widmungen offenbart sich mit der Zeit. Warum berühren uns Widmungen so sehr? Sie wirken im zeitlichen Abstand so, als könnte ein einziger Satz, den Kern und die Besonderheit einer Beziehung enthalten. Warum haben Widmungen diesen “magischen” Effekt? Seien sie in Stein gemeisselt, in Bäume geritzt, als Gravur….oder in einem Buch. Vielleicht schenken sie uns ein Stück Ewigkeit, nur ein Stück zwar, aber ein besonderes, und dieses Stück ist unermesslich.
Zur Inspiration empfehlen wir “Die schönsten Grussworte und Widmungsgedichte” von Thomas Wieke:
Wednesday, July 2nd, 2008, 08:00 veröffentlicht in der Kategorie Empfänger, Gebräuche & Traditionen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.